Sexualpädagogik und Schutz vor körperlicher Gewalt
Unser Präventionsangebot hat das Ziel, Kinder und Heranwachsende für die Themen Sexualität, körperliche Selbstbestimmung und persönliche Grenzen zu sensibilisieren. Dabei geht es um altersgerechte Aufklärung, einen verantwortungsbewussten Umgang mit sich selbst und anderen sowie um die Förderung von Kommunikationsfähigkeit und Selbstbewusstsein.
Das Angebot richtet sich an Schulen und Bildungseinrichtungen und kann auch für Berufsschulen sowie Werkstätten für Menschen mit Behinderung angepasst werden.
Ablauf
Das Projekt wird zeitgleich in zwei Gruppen pro Klasse bzw. Gruppe durchgeführt. Dabei arbeiten wir geschlechtergetrennt mit Jungen und Mädchen.
Eine Themeneinheit umfasst 180 Minuten. Insgesamt ist das Projekt auf acht Schulstunden ausgelegt.
Im Anschluss findet ein Feedbackgespräch mit den Klassenleitungen bzw. den zuständigen Fachkräften statt.
Themenschwerpunkte
Erste Einheit: Schutz vor sexualisierter Gewalt
„Trau Dich – Du bist stark!“ – Stärkungstag
In dieser Einheit stehen die Stärkung der eigenen Wahrnehmung, der Umgang mit Grenzen und das Wissen um Hilfsmöglichkeiten im Mittelpunkt.
♥ Behandelt werden unter anderem:
♥ eigene Gefühle benennen
♥ auf die eigene Gefühle-Ampel achten
♥ selbstbewusst Nein sagen
♥ gute und schlechte Geheimnisse unterscheiden
♥ wissen, wo und bei wem man sich Hilfe holen kann
Zweite Einheit: Sexualpädagogik
In der zweiten Einheit geht es um altersgerechte sexualpädagogische Aufklärung und grundlegendes Wissen rund um Körper, Entwicklung und Gesundheit.
♥ Behandelt werden unter anderem:
♥ Veränderungen in der Pubertät
♥ innere und äußere Geschlechtsorgane
♥ Schwangerschaft
♥ sexuell übertragbare Krankheiten (STI)
♥ Verhütungsmittel

Medienprojekte
Digitale Medien sind fester Bestandteil im Alltag von Kindern und Jugendlichen. Sie bieten viele Möglichkeiten, können aber auch Räume schaffen, in denen Grenzverletzungen, Druck, Manipulation oder sexualisierte Gewalt stattfinden. Unser Medienprojekt setzt genau an dieser Schnittstelle an:
Es verbindet Medienkompetenz mit Prävention, Selbstschutz und Persönlichkeitsstärkung.
Das Projekt ist als Workshop für einen ganzen Schultag angelegt und umfasst in der Regel sechs Schulstunden. Dabei geht es nicht um reine Technikschulung oder allgemeine Internetregeln, sondern um Themen, die im schulischen Alltag oft weniger Raum finden: Selbstdarstellung in sozialen Medien, Körperbilder, Anonymität im Netz, Cybermobbing, Sexting, Cybergrooming und Sextorsion. Je nach zeitlichem Rahmen können auch Pornografie (erst ab der 8. Jahrgangsstufe) und digitales Wohlbefinden aufgegriffen werden.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Reflexion des eigenen Medienverhaltens. Die Jugendlichen setzen sich damit auseinander, wie sie sich online präsentieren, welche Informationen sie über sich preisgeben und wie digitale Kommunikation auf andere wirken kann. Dabei werden Risiken nicht nur benannt, sondern anhand praktischer Beispiele, Gesprächsimpulse und Übungen greifbar gemacht.
Ziel des Projekts ist es, junge Menschen darin zu stärken, ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen, Warnsignale zu erkennen und handlungsfähig zu bleiben. Sie lernen, dass sie sich Hilfe holen dürfen, dass Betroffene keine Schuld tragen und welche Unterstützungsangebote es gibt. Das Medienprojekt ergänzt damit die sexualpädagogischen und gewaltpräventiven Angebote des IGEL e.V. und macht deutlich:
Prävention muss auch dort stattfinden, wo Jugendliche heute täglich unterwegs sind – im digitalen Raum.
Inhalte des Medienprojekts
♥ Reflexion der eigenen Mediennutzung
♥ Anonymität, Privatsphäre und Selbstdarstellung im Netz
♥ Umgang mit Cybermobbing und sozialem Vergleich
♥ Risiken und Grenzen bei Sexting
♥ Warnsignale bei Cybergrooming erkennen
♥ Schutz vor Sextorsion und digitaler Erpressung
♥ Hilfe holen, Unterstützung finden und andere stärken
♥ Optional: Pornografie und digitales Wohlbefinden
